Katrin Himmler im Austausch mit Schülerinnen und Schülern des Emsland-Gymnasiums

 Es war zweifellos die auch sehr persönliche Ebene, die den Besuch Katrin Himmlers am Emsland-Gymnasium so bedeutsam machte: Als Großnichte Heinrich Himmlers, der maßgeblich den Holocaust im Zweiten Weltkrieg zu verantworten hatte, setzt sich die Politikwissenschaftlerin und Autorin seit vielen Jahren mit ihrer Familiengeschichte auseinander. Und so war sie auch Ende Januar am Emsland-Gymnasium, um mit den Schülerinnen und Schülern der Q1 darüber zu sprechen, was wir aus der Geschichte ihrer Familie lernen können.

Nachdem Himmler die Geschichte ihres Großonkels schonungslos offengelegt hatte, erstaunte daher auch die Frage eines Schülers nicht: „Haben Sie jemals erwogen, Ihren Namen zu ändern?“ Eigentlich sei sie nur selten darauf angesprochen worden, lautete die Antwort. Und sie wollte sich auch ganz bewusst der Geschichte ihrer Familie stellen, weil in ihrer Wahrnehmung zu viel verschwiegen, verdrängt und verleugnet worden sei. Ihre Botschaft an die jungen Menschen war eindeutig: Nur wenn wir uns mit der Entstehung totalitärer Regime auseinandersetzen würden, könnten wir sie in Zukunft auch verhindern.

Gerade in Krisenzeiten seien Menschen sehr empfänglich für einfache politische Antworten. Und Himmler erinnerte auch daran: Die Nationalsozialisten sind 1933 demokratisch gewählt worden. „Die Verantwortung heute sei es“ – so der eindringliche Appell der Politikwissenschaftlerin – „Wahlprogramme genau zu lesen“. Das sei gerade in einer Zeit, in der Rechtsextreme wieder eine wachsende politische Rolle spielen, äußerst wichtig. In der engagierten Gesprächsrunde nach ihrem Vortrag hatte Himmler aber auch eine optimistische Botschaft, die ihre Zuhörerschaft sicherlich auch gerne mitgenommen hat: „Die Spaltung der Gesellschaft wird über soziale Medien und Talkshows oft auch herbeigeredet.“ In Untersuchungen zeige sich, dass eine große Mehrheit eigentlich dasselbe will. Und damit meinte sie zweifellos den Erhalt der Demokratie – als dringendes Anliegen insbesondere auch von Schule.