Europa im Kleinen erleben – und dabei die eigene Region neu entdecken: Zehn Schülerinnen und Schüler der Spanischkurse der 9. Klassen des Emsland-Gymnasiums haben in der ersten Märzwoche gemeinsam mit Jugendlichen der katalanischen Partnerschule IES Thos i Codina bei strahlendem Sonnenschein eine intensive Austauschphase in Rheine verbracht. Das Projekt bildete den Gegenbesuch der spanischen Gruppe aus Mataró nahe Barcelona zur Fahrt im Februar, bei der die Teilnehmenden unter dem Motto „Re-creating local culture“ am dortigen Karneval mitgewirkt hatten.
Ein wichtiger Bestandteil des Programms waren daher Ausflüge in die Region. So erkundeten die Jugendlichen die DAV Kletterbar Münster und stellten dabei Teamgeist und Mut unter Beweis. Musikgeschichte erlebte die Gruppe im Rock’n’Popmuseum in Gronau, wo sich die Teilnehmenden mit internationalen Pop- und Rockströmungen beschäftigten und eigene Musikvideos kreierten.
Auch Nachhaltigkeit spielte eine Rolle: Im Energiepark Saerbeck erhielten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in erneuerbare Energien und lokale Klimaschutzprojekte. Der Besuch zeigte den Schülern und Schülerinnen gerade in Tagen weiterer Kriege um fossile Brennstoffe, wie Regionen konkrete Beiträge zur Energiewende leisten können. Im Anschluss durften sich die Jugendlichen dann in Mesum im Restaurant Toscana Zur Kogge der Familie Neethirajah stärken und im klassischen Kegeln üben.
Zu Beginn der Programmwoche machten sich die Jugendlichen auf eine spielerische Entdeckungstour durch Rheine. Bei einem digitalen Stadtspiel erkundeten sie die Innenstadt, lösten Aufgaben und lernten auch Details zur Geschichte der jüdischen Bewohner der Stadt kennen.
Ein sichtbares Ergebnis des Austauschs entstand auf dem Schulgelände selbst. Mit Unterstützung der Willkommensklasse und dem Q2-Brückenjahrgang gestalteten die Jugendlichen farbige Grenzsteine für den Schulgarten. Die bunt bemalten Steine sollen ein Zeichen für Offenheit und Vielfalt setzen, so wie es sich der Gronauer Musiker Udo Lindenberg in seiner „Bunten Republik Deutschland“ wünscht – ein Motto, das die internationale Schülergruppe somit kreativ aufgriff.
Neben den Projekten und Ausflügen nahmen die Gäste aus Spanien auch am Unterricht teil und besuchten Spanisch-, Englisch-, Sport- und Philosophie-Stunden und konnten so den deutschen Schulalltag aus der Nähe erleben und auch Kontakt außerhalb der Austauschgruppe aufnehmen.
Der Aufenthalt in Rheine hat nicht nur tolle Eindrücke hinterlassen, sondern auch neue Kontakte geschaffen. Die Jugendlichen haben die Gelegenheit ausgiebig genutzt, sich intensiver kennen zu lernen – auch innerhalb der eigenen Schulgruppe. Von ihren Eltern wurden sie darin bei diversen Treffen der ganzen Gruppe tatkräftig unterstützt. Viele möchten die Kontakte auch privat aufrechterhalten. Auch die Zusammenarbeit zwischen dem Emsland-Gymnasium und der IES Thos i Codina wird im kommenden Jahr fortgeführt werden. Weitere individuelle Austausche und Begegnungen in Kleingruppen sind bereits angebahnt – finanziell unterstützt durch das EU-Programm Erasmus+. Damit bleibt das Projekt ein lebendiges Beispiel dafür, wie Europa im Schulalltag konkret erlebbar wird.
