Nachdem sich der Pädagogik-Differenzierungskurs der Jahrgangsstufe 10 am Emsland-Gymnasium im Unterricht bereits umfassend über pädagogische Berufsfelder informiert hatte, erhielt er kürzlich Besuch von mehreren Expertinnen und Experten aus dem pädagogischen und psychologischen Berufsbereich und bekam interessante und spannende Einblicke in die Praxis der Pädagogik und Psychologie.

 

Den Anfang machte Diplom-Psychologe Dr. Lutz Siemer, der den Schülerinnen und Schülern die Tätigkeitsfelder eines Psychologen und das dazugehörige Studium vorstellte. Er erklärte, dass das Psychologiestudium viele verschiedene Bereiche umfasst, darunter Sozial-, Entwicklungs- und Medienpsychologie. Besonders seine Erfahrungen in der klinischen Psychologie, die sich mit psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Suchterkrankungen beschäftigt, stießen auf großes Interesse. Dabei wurde auch deutlich, dass psychische und körperliche Prozesse eng miteinander verbunden sind. Ein wichtiger Punkt seines Vortrags war die Unterscheidung zwischen Psychologen und Psychotherapeuten: Erst durch eine zusätzliche Ausbildung können Psychologen therapeutisch tätig werden. Dass im Psychologie-Studium ähnliche Inhalte wie im Pädagogik-Studium gelehrt werden, zeigt, wie eng diese beiden Felder miteinander verbunden sind.

Zum Abschluss informierte er über verschiedene Studienmöglichkeiten, etwa an Fachhochschulen, privaten Hochschulen oder im Ausland. Die Schülerinnen und Schüler hielten viele Fragen parat und zeigten großes Interesse.

 

Wie vielfältig die Möglichkeiten im pädagogischen Bereich sind, zeigten Mareike Janßen und Sabrina Baston von der Evangelischen Jugendhilfe Münsterland auf. Sie gaben den Schülerinnen und Schülern einen interessanten Einblick in pädagogische Berufsfelder, wobei schnell deutlich wurde, wie verantwortungsvoll die Arbeit in der Jugendhilfe ist.

Eine der Referentinnen berichtete von ihrem beruflichen Werdegang von der Erziehungswissenschaftlerin zu ihrer heutigen Tätigkeit als pädagogische Leitung. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem die Betreuung von Kitas und Offenen Ganztagsschulen, die Organisation von Teamsitzungen sowie die Personalplanung. Besonders eindrucksvoll waren die Einblicke in den sogenannten Krisendienst: Hier sind Fachkräfte rund um die Uhr im Einsatz, wenn Kinder oder Jugendliche in akuten Notsituationen Hilfe benötigen – etwa bei Gewalt in der Familie. Oft wird gemeinsam mit der Polizei entschieden, ob ein Kind vorübergehend aus seinem Zuhause genommen werden muss. Teamarbeit spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Darüber hinaus stellten die Referentinnen weitere Arbeitsbereiche vor, wie Kinder- und Jugendschutzstellen, in denen auch stark traumatisierte junge Menschen betreut werden. Diese Einrichtungen dienen meist als kurzfristige Unterbringung, bis langfristige Lösungen wie Pflegefamilien gefunden werden. Auch Mutter-Vater-Kind-Einrichtungen wurden thematisiert, in denen junge Familien Unterstützung im Alltag erhalten.

Wenngleich diese Tätigkeitsbereiche für die Schülerschaft von großem Interesse waren, machten die Referentinnen aber auch deutlich, dass es viele pädagogische Bereiche gibt, die durchaus weniger herausfordernd sind. Insgesamt betonten beide, wie vielfältig die pädagogischen Berufsmöglichkeiten und wie wichtig soziale Kompetenzen in diesem Bereich sind.

Die zwei Besuche boten dem Kurs und seiner Lehrerin Nadine Hagenthurn einen sehr umfassenden Einblick in soziale und psychologische Berufsfelder und halfen vielen Schülerinnen und Schülern dabei, neue Perspektiven für ihre eigene Zukunft zu entwickeln.

Ein großer Dank gilt den Referentinnen und Referenten, die sich die Zeit nahmen, die Schülerinnen und Schüler umfassend zu informieren.