Nach einer verregneten Projektwoche in Andalusien im Januar konnte die Besuchswoche der Zehntklässler aus Puerto Real am Emsland-Gymnasium erfreulicherweise mit beständigem Sonnenschein aufwarten. Die 24 Schülerinnen und Schüler der Partnerschule IES Profesor Antonio Muro aus der Hafenstadt an der Bucht von Cádiz verlebten so mit ihren deutschen Gastgebern aus den Jahrgangsstufen 10 und EF ein paar schöne Frühlingstage und lernten Rheine oder auch Amsterdam auf ihren online-geführten Erkundungstouren von ihrer angenehmen Seite kennen. Während der Fokus in beiden Städten auf der Erziehung zu Frieden und Toleranz lag, kehrten die Schüler und Schülerinnen zu Beginn des Erasmusplus-Projektes „Different Cultures, Common Values“ im Neanderthal zu den Vorzeiten unserer gemeinsamen Kultur zurück und erprobten in Arbeitsgruppen sowohl die Mittel der archäologischen „Kriminalbiologie“ als auch die Bedeutung von Anpassungsfähigkeit in der menschlichen Migrationsgeschichte.
Am ersten Projekttag am Emsland-Gymnasium priorisierten sie sodann Werte, die ihnen für das Zusammenleben in der Zukunft wichtig schienen und diskutierten im neuen Ratssaal der Stadt Rheine über die Bedeutung von Partizipation und Demokratie für ein Zusammenleben in Freiheit. Gemeinsam mit den Spanischkursen erstellten sie zudem Filmbeiträge zu den kulturellen Unterschieden und Gemeinsamkeiten, die ihnen während der beiden Austauschwochen aufgefallen waren. Im LWL-Museum in Münster beschäftigten sie sich zeichnerisch, filmisch oder photographisch in drei Workshops mit Diversität, ungesunder Ernährung und bildender Kunst im öffentlichen Raum. Auch am Emsland-Gymnasium wurden die Projektteilnehmer kreativ. Unter Mithilfe der Kunstlehrerin Lisa Wernsmann und den Schüler:innen der Willkommensklasse fand der Wert des Klima- und Artenschutzes künstlerischen Ausdruck, indem Acryl-Bilder von Tierpaaren sich zu einer kollaborativen Arche zusammenfanden.
Zum Abschluss des Erasmus+ Projekts unterstützte ein Besuch im Rock’nPop-Museum in Gronau Udo Lindenbergs Idee von einer „Bunten Republik Deutschland“. Die Schüler und Schülerinnen ergriffen gerne die Gelegenheit, sich selbst zu kostümieren und eigene Musikvideos zu drehen. Auch außerhalb des Programms war die Gruppe stets aktiv und führte die spanischen Gäste in die Eishalle, in den Zoo oder zum Kegeln aus. Viele Freundschaften, die vor 6 Wochen in Cádiz ihren Anfang nahmen, konnten so vertieft werden, denn schwerer als gewisse – oft sehr interessante – kulturelle Unterschiede wiegen eben die gemeinsamen Werte und Ziele. In diesem Sinne soll die seit 18 Jahren währende Zusammenarbeit beider Schulen auch im nächsten Jahr im Erasmus+ Projekt „Different Cultures – Common Values“ fortgesetzt werden.
